Die USA könnten den Chinesen im Rahmen der aktuellen Gespräche, von denen lediglich Nichtigkeiten an die Öffentlichkeit dringen, einen Handel zum beiderseitigen Vorteil anbieten. Hierbei würden die Chinesen (und andere Inhaber von US-Anleihen) effektiv ihre US-Anleihen in verzinsliche IWF-Einlagen umtauschen können. Somit könnten sie aus dem US-Dollar aussteigen und stattdessen einen Währungskorb erhalten, in den auf Wunsch der BRIC-Staaten (und wie von Keynes für das Bretton-Woods-System ursprünglich vorgeschlagen) eventuell Gold aufgenommen wird. Der Umtausch wäre mit einem kalkulierbaren Verlust verbunden, der geringer wäre als der befürchtete weitere Wertverlust des US-Dollar. Den Umtausch könnte die US-Zentralbank Federal Reserve einleiten, indem sie die Anleihen kauft. Anleihen könnten die USA dann dem IWF, dessen Sonderziehungsrechte dann als Weltreservewährung dienen sollen, als Einlagen andienen (gegebenenfalls unter Beimischung von Gold-Zertifikaten).
In einem unabhängigen Schritt wird der US-Dollar kontrolliert abgewertet und diese Maßnahme eventuell mit der Einführung des Amero (zumindest als Verrechnungswährung) verknüpft. Vielleicht bitten die USA den IWF offiziell um einen auf Sonderziehungsrechte lautenden Kredit, da ihre Zentralbank wegen der vielen aufgekauften toxischen Wertpapiere einen Verlust eingefahren hat, und der IWF fordert im Gegenzug die Abwertung des US-Dollar; alternativ könnte die Maßnahme auch als notwendig für die (wegen der rapide abnehmenden Kaufkraft der US-Amerikaner) gewollte Zukunft der USA als Exportnation darstellen. Nur die Mehrheitsverhältnisse im IWF müssen die USA zu ihren Gunsten regeln.
Nicht nur dass hier alle bekommen was sie wollen: Die US-Dollar-Kritiker bekommen ihre US-Dollar-Abwertung. Die US-Anleihen-Inhaber bekommen ihre Investitionssicherheit. Die USA bekommen durch den Wechselkurs eine de-facto-Marktabschottung und die Chance wieder etwas zu exportieren und so wirkliche Arbeitsplätze zu schaffen. Die BRIC-Staaten bekommen ihre neue, scheinbar unabhängige Leitwährung, vielleicht sogar mit Golddeckung. Die Kanada, Mexiko und die USA bekommen den größten Wirtschaftsraum mit Gemeinschaftswährung bilden.
Nein, damit nicht genug: Es ruft auch jeder danach, wie die oben eingestreuten Verweise bereits belegen.
Und es fehlt auch nicht an Neuigkeiten:
Handelsblatt.com: Dollar-Geldanlagen: USA und China streiten über den Wert des Dollars:
"Wir verlangen von den USA eine Politik, die den Wert des Dollar und die Stabilität entsprechender Geldanlagen sicher stellt", sagte Zhu Guangyao, Vizestaatssekretär im chinesischen Finanzministerium mit Blick auf die bevorstehenden Gespräche.
[...]
Der Präsident der außerordentlich mächtigen chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, hatte sich vergangene Woche für einen Abbau der Dollarbestände seines Landes ausgesprochen. China sollte einen Teil seiner Devisenreserven lieber ausgeben statt sie zu horten, sagte er. Das ist eher als Drohung zu verstehen denn als tatsächlicher Plan. Denn begänne China damit, in großem Stil Dollarwertpapiere auf dem Markt zu bringen, würden die Kurse sinken - zum eigenen Nachteil.
CNBC.com: China Demands Currency Reform, France Backs Debate:
"We should have a better system for reserve currency issuance and regulation so that we can maintain relative stability of major reserve currencies' exchange rates and promote a diversified and rational international reserve currency system," Dai told the summit in Italy, according to a statement read by Foreign Ministry spokesman Ma Zhaoxu.
[...]
There is no question on whether the comments represented those of of China's top leadership, the spokesman said.
"China's position on reserve currencies has had different interpretations, but I can tell you that what I have just quoted is the most authoritative standpoint of the Chinese government," he said.
Im Gegensatz dazu die gemeinsame Presseerklärung Chinas und der USA der ersten Runde des strategischen und wirtschaftlichen Dialogs: Klimawandel, Kommunikation auf militärischer Ebene, Austauschprogramme, zukünftige Zusammenarbeit... und Versprechungen der USA: Sowohl zu sparen als auch den Konsum anzukurbeln und den Grundstein für eine solide Haushaltspolitik gelegt zu haben. Nun, das ist erreichbar: Über eine faire (niedrigere) Bewertung des US-Dollar.
Die ergäbe sich so oder so (siehe Klaus Kaldemorgen)... wenn nicht der Status des US-Dollar als Währung höchster Liquidität sowie der Zwang, Öl in US-Dollar zu bezahlen, zu einer höheren Bewertung führen würden (siehe Triffin-Dilemma).
Sofern diese Schritte wirklich geplant sind sollte niemand erwarten vorher davon offiziell zu erfahren, denn dies würde zu genau den Turbulenzen führen die vermieden werden sollen.
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