Endlich ist es offiziell. Warum auch immer, mal wieder steht das Handelsblatt mit der (relativ) engagierten Berichterstattung hierzulande offenbar allein da: Rohstoffe: Konsumgüterindustrie und Handel fürchten Lieferengpässe
Die Überschrift erscheint angesichts des Inhalts eher vorsichtig formuliert.
Selbstverständlich wurden über Jahrzehnte hinweg Kosten optimiert und hierzu zählen auch Transportwege und Lagerhaltungskosten. Mit gesundem Menschenverstand können Sie sich ausrechnen, was das bedeutet, wenn Lieferanten ausfallen. Und es werden Lieferanten ausfallen. Kalkulieren Sie also entweder mit der Nichtverfügbarkeit von Waren oder Preissprüngen wegen neuerdings erforderlicher erweiterter Lagerhaltung.
Rechnen Sie noch hinzu, wie sich die Einkommen und Ausgaben eines großen Teils der Bevölkerung (nicht nur) in Indien und China entwickeln werden. Was dort als Wohlstandssteigerung wahrgenommen werden wird (höhere Einkommen, höhere Lebenshaltungskosten für einen höheren Lebensstandard) wird an unserem Ende der Handelsbeziehung als reine Teuerung bei Waren wahrgnommen werden.
Wie wir bereits im August schrieben: Bereiten Sie sich auf diese Abfahrt gut vor: Die Welt hat eine Menge Preisdruck zu verteilen. An Sie.
Denken Sie gut!
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Allmählich geht die Inflation los. Irgendwohin muss das viele Geld fliessen, das die Notenbanken dieser Welt liefern. Staatsanleihen bringen höchstens noch mickrige Zinsen. Das Geld fliesst seit gut drei Jahren in Rohstoffe. Gold und Silber werden auch weitersteigen. Der nächste Schritt sind Aktienmärkte, welche auch angefangen haben zu steigen. Hier werden auch noch ungeahnte Höhen erklommen. Aber in ein paar Monaten ist der Zeitpunkt erreicht, wo Gewinne realisiert werden und Produkte gekauft werden müssen. Irgendeine Nichtigkeit in der Tagespresse kann den Stein ins Rollen bringen und wir werden uns wellenförmig mit Preisen nicht zu überbieten wissen.
Viele Aktienmärkte folgen tendenziell dem Dow Jones, dessen Kursverlauf zuletzt verdächtig stark mit den POMOs korrelierte. Zudem verzeichnen die US-Aktienfonds seit einem guten halben Jahr erhebliche Nettoabflüsse, und das abgezogene Kapital wird offenbar nicht in US-Anleihenfonds umgeschichtet. Mithin besteht bei steigenden US-Aktienkursen das Verdachtsmoment der künstlichen Schaffung von Anreizen für die Absorption von (im Umlauf eher knappem, aber an einigen Stellen gehortetem) Kapital in eine Aktienblase. Es ist ja nicht die erste. Sie dürfte lautstark implodieren.
Spannend wird noch, wie der Euro weiter verwaltet werden wird. Irgendwoher muss die Eurozone ja die US-Dollar erhalten, die sie für den Erwerb der immer teurer werdenden Rohstoffe benötigt, die sie mit US-Dollar zu bezahlen hat. Da will man vielleicht nicht unbedingt auf einen Devisenswap mit der Federal Reserve angewiesen sein, und der direkte Handelsüberschuss mit den USA dürfte wohl kaum ausreichen. Auf eine Bedeutungszunahme des Euros im internaionalen Handel sollte man wohl auch nicht zählen, denn dann würden die USA ihre Möglichkeit verlieren, Teuerung zu exportieren. Daran dürfte wenig Interesse bestehen.
Eine echte Hyperinflation bedarf vermutlich eines Vertrauensverlustes in die Währung. In den USA ist Hyperinflation konstruktionsbedingt ausgeschlossen. Aber Österreich beispielsweise hat schon kein Vertrauen mehr in die Griechen und hält daher seine Finanzhilfen zurück ( http://finance.yahoo.com/news/Austrian-FM-Bailout-to-Greece-apf-123747341.html ). Zusammen mit der exportierten US-Teuerung könnte definitiv eine scheinbare Randnotiz eine hässliche Kaskade in der Eurozone lostreten.
Eine kleine Zahl von Amtsträgern in Deutschland scheint das Land trotz des Gegenwinds für einen eventuellen Bruch der Währungsunion zu positionieren... obwohl man diesbezüglich nicht sicher sein kann.
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E5CEB34DDC32A4169BE9299088D557744~ATpl~Ecommon~Scontent.html