US-Notenbankchef Ben Bernanke hat sich zuversichtlich über eine Erholung des kriselnden Bankensystems in Amerika gezeigt. Die jüngst durchgeführten Belastungstests bei 19 großen Geldinstituten hätten bereits dabei geholfen, den Banken wieder Zugang zu privatem Kapital zu ermöglichen. "Die ersten Anzeichen sind ermutigend", sagte Bernanke am Montag. "Wir hoffen, dass wir in zwei oder drei Jahren auf gesunde Banken blicken können, die deutlich weniger auf das Kapital der Regierung angewiesen sind."
Man möge sich die Formuliereung gesunde Banken [...], die [in zwei bis drei Jahren] deutlich weniger auf das Kapital der Regierung angewiesen sind einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ben Bernanke bezeichnet Banken, die auf Kapital der Regierung angewiesen sind, also als "gesund". Und auch in vier, vielleicht fünf Jahren werden Banken also wohl immer noch auf "Kapital der Regierung" angewiesen sein... nur weniger. Welches Ende sieht die Financial Times Deutschland da?
Was seine Einschätzungen betrifft, so hat Ben Bernanke eine ähnliche Trefferquote wie Josef Ackermann. Beide rufen seit einem Jahr monatlich aufs Neue den Anfang des Endes der Krise aus. Eine prominente Fehleinschätzung von Ben Bernanke datiert auf den letzten Juli; hier wurden die möglichen Verluste im Subprime-Markt auf 100 Milliarden US-Dollar geschätzt und ein Übergreifen der Subprime-Probleme auf die anderen Kreditmärkte als unwahrscheinlich eingeschätzt.
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